"Mein Sohn hat auf seinem Facebook- Profil peinliche Bilder von betrunkenen Freunden auf Parties, aber auch Graphiken von namhaften Künstlern hochgeladen, ist das strafbar?"

Heutzutage kann jedermann mit nur wenigen Mausklicks Informationen und Bilder im Internet hochladen und damit einer größeren Anzahl an Personen verfügbar machen. Ob nächtliche Exzesse oder freizügige Privatbilder, das Internet kennt Abermillionen solcher unliebsamer, öffentlich gemachter Erinnerungen, wogegen Betroffene nur eingeschränkt rechtliche Handhabe haben.

Durch § 78 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) soll jedermann gegen einen Missbrauch seiner Abbildung in der Öffentlichkeit, also namentlich dagegen geschützt werden, dass er durch die Verbreitung seines Bildnisses bloßgestellt, dass dadurch sein Privatleben der Öffentlichkeit preisgegeben oder sein Bildnis auf eine Art benützt wird, die zu Missdeutungen Anlass geben kann oder entwürdigend oder herabsetzend wirkt. Umfasst werden Nacktfotos ebenso, wie kompromittierende Fotos verheirateter Personen oder sonst den höchstpersönlichen Lebensbereich (sexuelle Orientierung, Familienbereich) betreffende Abbildungen. Der Betroffene kann Unterlassung und Entfernung, gegebenenfalls sogar Schadenersatz begehren.

Nicht selten werden auch Lichtbilder oder andere (künstlerische) Werke auf Homepages ohne Zustimmung des Berechtigten veröffentlicht.  Dadurch wird das Recht des Urhebers auf Verwertung, Vervielfältigung, Verbreitung, Sendung, Aufführung und Zurverfügungstellung zum interaktiven Abruf, nach den §§ 15 - 18a UrhG verletzt. Das Setzen eines Links hingegen verstößt nicht gegen Urheberrecht, wie der Oberste Gerichtshof jüngst ausgesprochen hat, da hierbei nur auf rechtmäßig ins Internet gestellte Inhalte verwiesen wird, ohne dabei technische Schutzmaßnahmen des Berechtigten vor unkontrolliertem öffentlichem Zugang zu umgehen. Es empfiehlt sich daher, beim „Ins-Netz-Stellen“ Vorsicht walten zu lassen.