Bleibt der Schuldner seine rechtskräftig festgestellte Verbindlichkeit schuldig, so wird der Gläubiger versuchen, im Wege des Exektionsverfahrens Zahlung zu erhalten. Dabei steht - mit wenigen Ausnahmen, dazu gleich - das gesamte Schuldervermögen dem Zugiff des Gläubigers offen.

Beim einem Vollzug der Fahrnisexekution am 17. Februar 2012 in Linz pfändete der Gerichtsvollzieher gar ein „Aquarium ca. 300 lt. mit Umlaufpumpe und Sauerstoffflasche (mit Fischen)". Der Schuldner setzte sich dagegen erfolgreich zur Wehr.

Das Landesgericht Linz begründet dies in seinem Urteil vom 27.9.2012 zu 32 R 62/12m wie folgt:

"Gemäß § 250 Abs 1 Z 4 EO sind nicht zur Veräußerung bestimmte Haustiere, zu denen eine gefühlsmäßige Bindung besteht, bis zum Wert von EUR 750,-- unpfändbar. Dass es sich bei den im Aquarium des Verpflichteten befindlichen Fischen und sonstigen Tieren um Haustiere handelt, die nicht zur Veräußerung bestimmt sind und deren Wert nicht EUR 750,-- übersteigt, steht hier außer Frage. [...]


Das Rekursgericht pflichtet  dem Erstgericht bei, dass auch zu Fischen, Krebsen usw., die sich in einem in der Wohnung aufgestellten Aquarium befinden, eine gefühlsmäßige Bindung des Besitzers bestehen kann. Entgegen der Auffassung der Rekurswerberin kann eine gefühlsmäßige Bindung nicht nur zu solchen Haustieren bestehen, mit denen man kommunizieren oder die man berühren (streicheln) kann, wie etwa Hunde oder Katzen. Eine gefühlsmäßige Bindung zu Fischen in einem Aquarium, kann schon dadurch entstehen dass die Betrachtung und Anwesenheit solcher Lebewesen insbesondere für einen allein lebenden Menschen wie dem Verpflichteten eine erbauliche oder beruhigende Wirkung hat oder schlicht das positive Gefühl begründet, dass weitere Lebewesen anwesend sind, die sich bewegen und die man gerne betrachtet, sodass eine Entfernung oder ein Verlust solcher Tiere für den Besitzer doch auch mit einer gewissen Gefühlsbeeinträchtigung einhergeht."